Der neue Jean-Remy “Klowände” von Matt heißt Tyler Brûlé und hat der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ein Interview gegeben, in dem er offenbar seine tiefgehenden Erkenntnisse über die amerikanische Medienlandschaft zum Besten gibt. Die nämlich verwandle sich in eine Blogosphäre, “wo jeder versucht, sein eigener Medienexperte und politischer Kommentator zu sein”. Seltsam: Selbst wenn es so wäre, sehe ich den Unterschied zwischen der Blogosphäre und der restlichen Medienlandschaft nicht. Egal. Diese Blogosphäre sei jedenfalls eine “na ja: Umweltverschmutzung”. Dieser, naja: Unsinn, passt bestens zur Internet als Seuche á la Stefan Kornelius und ähnlichen hübschen Äußerungen in letzter Zeit.
Was verletzte Eitelkeit doch auslösen kann. Es muss hart sein, wenn man plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht, weil die eigenen Artikel eben nur auf Papier gedruckt werden… Man lese beispielsweise in diesem Artikel in der amerikanischen Vanity Fair, wie alte amerikanische Milliardäre Zeitungen kaufen, deren ehemalige Starautoren schon längst weg sind, oder lasse sich mal die Zahlen und Erkenntnisse in diesem Artikel der Zeit durch den Kopf gehen. Da wird einem einiges klar.
Umweltverschmutzung. Natürlich. Wenigstens müssen für unsere Blogs keine Bäume sterben. Für die weltbewegenden Erkenntnisse eines Herrn Brûlé hingegen schon. Arme Pflanzen.

